Warum in die Ferne schweifen, wenn Erholung und Entspannung doch so nahe liegen: StormUnity hat einige der Badeseen im Kreisgebiet besucht und feine, kleine Idyllen entdeckt, in denen das Schwimmen in Naturseen ebenso viel Spaß macht wie das Relaxen am Strand oder auf Liegewiesen und der Einkauf bei kleinen Kiosken vor Ort. Und wer Flusswasser liebt und gerne per Boot auf der Trave unterwegs ist, findet bei Thomas Meins in Travenbrück garantiert das passende Kanu.
Es ist halb elf an diesem sonnigen Morgen und im Poggensee nahe bei Bad Oldesloe ziehen die ersten Gäste bereits ihre Runden. Picknickdecken werden ausgelegt, Schwimmreifen aufgepustet und Badekleidung angezogen. Das Naturfreibad im Gletschersee bietet seinen Besuchern mit einem Schwimmer- und einem Nichtschwimmerbereich viel Platz, um das herrlich frische Wasser des Sees zu genießen. Badeinseln, Pontons und eine Wasserrutsche ziehen besonders die jüngeren Gäste an, die stundenlang im kühlen Nass herumtoben. Auf umliegenden Wiesen kann man sich bei Fußball, Volleyball und Tischtennis vergnügen und ein kleiner Spielplatz mit Klettergeräten vervollständigt das Angebot. Ein Bistro bietet Snacks und Pommes, Kaffee und Kaltgetränke. Strandkörbe und Liegen können gemietet werden.
Katja Hansen ist mit ihren Kindern Jorik, Enna und Tjorge am Poggensee. „Wir kommen regelmäßig hierher. Hier ist es entspannt, es gibt Schattenplätze und eine Badeaufsicht. Die Kinder, die hier immer Freunde aus ihren Klassen treffen, lieben den Strand, wir Eltern den Rasen“, erzählt die vierfache Mutter aus Steinfeld und fügt hinzu: „Wir mögen keinen Massentourismus wie an der Ostsee und haben auch keine Lust, stundenlang im Stau zu stehen. Am Poggensee ist es viel entspannter und wir finden hier Idylle pur.“ Ihre Tochter Enna mag besonders die Fische wie Aale, Barsche, Rotaugen, Welse und Zandern, die durch den See schwimmen und außerhalb des Schwimmbereiches vom Boot aus mit entsprechender Genehmigung geangelt werden können. Wer sich die Beine vertreten möchte, findet dazu auf mehreren den See umliegenden Wanderwegen beste Möglichkeiten.
Ein ganzes Stück weiter südlich liegt umgeben von Wäldern der Bredenbeker Teich zwischen Ammersbek und Ahrensburg. Nach sieben Jahren Pause ist der Teich nun wieder an den Wochenenden für Badegäste geöffnet. „Aufgrund der neuen Badestättenverordnung und der damit einhergehenden Bademeisterpflicht mussten wir 2019 im ersten Corona-Jahr schließen, da der DLRG keine Kapazitäten frei hatte. Nun freuen wir uns, dass wir probeweise wieder geöffnet haben und regelmäßig an den Wochenenden eine Badeaufsicht stellen können“, berichtet Franziska Illgen, die den Kassendienst an der kleinen Anmeldebude versieht. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Yvonne Lorenz und weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern sorgt sie für den Einlass an den Badeteich. „Als wir in diesem Jahr wieder geöffnet haben, waren gefühlt ganz Ahrensburg und Ammersbek hier. An warmen Tagen kommen 800 bis 1000 Gäste, um zu schwimmen und zu entspannen. Und selbst wenn es voll, wirkt es trotzdem ruhig. Alle, die an unseren Teich kommen, haben gute Laune und uns macht es sehr viel Spaß, hier mithelfen zu können“, so Yvonne Lorenz. Während der Saison wohnen beide Frauen, die in Hamburg leben, als Dauercamper auf dem kleinen Campingplatz, der zum Bredenbeker Teich gehört. 150 Stellplätze sind zurzeit vermietet oder kurzfristig belegt. Lange stehende Wohnwagen und VW-Busse findet man ebenso wie zahlreiche Wohnmobile mit Hamburger oder Oldesloer Kennzeichen.
Jonas Glütz aus Hamburg ist mit seiner Familie an den Bredenbeker Teich gekommen. „Ich bin in Stormarn ganz in der Nähe des Teiches aufgewachsen und habe mein Leben lang im Teich gebadet oder bin durch die Wälder gestromert. Wir lieben die Natur hier, den Teich mit seinen vielen Fischen, die Wälder mit ihren Vögeln, darunter viele Raubvögel. Der Bredenbeker Teich hat einen emotionalen Wert für uns alle und wir haben uns entschieden, wieder in diese Gegend zu ziehen“, sagt er. Und Helena Geist fasst die Begeisterung ihres Mannes in einem Satz zusammen: „Es gibt keine Reize von Tourismus hier. Der Teich und sein Campingplatz sind wirkliche Zeitentschleuniger.“
So wirken sowohl der Teich als auch der Campingplatz wie aus der Zeit gefallen. Alles ist einfach, man braucht nur das Nötigste zum Leben, weil man im Grunde sowieso nicht viel braucht. Am Waschhaus stehen die Besucher nebeneinander beim Abwasch und klönen, am kleinen Sandstrand steht die DRLG-Bude und um den Teich herum gibt es zahlreiche Liegeplätze hinter hohem Schilf, an denen man ganz für sich sein kann.
Neben dem Freibad Poggensee und dem Bredenbeker Teich gibt es in Stormarn noch den Großensee, den Lütjensee, den Herrenteich und den Wilstedter See. Informationen zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden sich auf den jeweiligen Homepages.
Doch nicht nur an den Badeseen kann man wunderbar zur Ruhe und die Natur genießen. Gleich hinter dem Kloster Nütschau bringt Holger Meins gemeinsam mit seinem Sohn Ben ein Kanu zu Wasser. Vor zwölf Jahren hat er seinen Kanuverleih Bad Oldesloe gegründet und vermietet seitdem Kanus in verschiedenen Größen an Einzelpersonen, Familien und Freundesgruppen. „Viele meiner Kunden sind auch Firmen zum Beispiel aus Hamburg oder Lübeck, die mit einzelnen Abteilungen zu uns kommen, um bei Tagesausflügen oder stundenweise die Trave zu erleben. Oftmals kommen danach dann diese Mitarbeiter mit ihren Familien zu uns. Und alle schätzen die Ruhe hier am Fluss und das Naturerlebnis“, so Thomas Meins. Je nach Abfahrort liefert er seine Kanus an bestimmten Liegestellen an und holt diese auch wieder am Wunschort ab. Nach einer kurzen Einweisung, zu der vor Allem das Anlegen der Schwimmwesten gehört, können die Touren auch schon losgehen.
„Der schönste Abschnitt der Trave ist sicher der von der Herrenmühle kurz vor Segeberg bis hier zur Nütschauer Brücke, der knapp 14 Kilometer lang ist und für den man mit zweimaligem Umsetzen ungefähr vier Stunden braucht. Nach Bad Oldesloe ist es dann noch eine weitere Stunde. Mein Sohn Ben und ich sind von dieser Brücke oft bis Oldesloe zur Bürgermeisterinsel gefahren, sind Eis essen gegangen und danach wieder ins Boot für den Rückweg“, erzählt Holger Meins weiter. Heute fährt Ben, der viel Erfahrung mit dem Befahren der Trave hat, am liebsten mit seinen Freunden. „Hier auf dem Fluss kann man einen ruhigen Moment haben und das Gefühl, von Allem abgetrennt zu sein“, fügt er hinzu.
Die meisten Kunden, egal ob Firmengruppen oder Familien, wollen auf dem Fluss abschalten und einen schönen Tag miteinander verbringen. Mit Proviant und passendem Schuhwerk ausgestattet kann man besonders an Werktagen die Ruhe und die Natur erleben, wenn auf der Trave nicht so viel los ist wie an den Wochenenden. Für Thomas Meins, der mit der Trave groß geworden ist, ist dies die beste Erholung. Nur auf Eines legt der Kanuverleiher größte Beachtung: Keiner geht ohne Schwimmweste in eines seiner 14 Kanus. „Egal, wie erfahren die Leute sind, das Wasser der Trave ist oftmals trüb und man sieht die Untergründe nicht. Wenn wirklich mal jemand ins Wasser fällt und auf einen Stein aufschlägt, kann diese Person mit einem Griff an die Schwimmweste sofort herausgezogen werden“, erklärt er.
Auf seiner Homepage www.kanu-badoldesloe.de und auf Instagram unter @kanubadoldesloe bietet Thomas Meins seine Touren (mit und ohne Umsetzen) an. Zahlreiche Fotos geben einen Einblick in die schöne Wasserwelt der Trave und ihre grünen Ufer, die man so nur mit dem Boot erleben kann.
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